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Flachdachkonstruktionen

Flachdachkonstruktionen

Flachdachkonstruktionen und Flachdachabdichtung

Unterschreitet eine Dachkonstruktion ein bestimmtes Gefälle, ist an Stelle einer Dachdeckung die wasserdichte Abdichtung zwingend erforderlich – man spricht von Dächern mit Abdichtungen.

Dachflächen mit geringerer Neigung als 5° werden im Allgemeinen als Flachdächer bezeichnet, aber auch für flachgeneigte Dächer mit 5° bis 22° Dachneigung kommen meist Dachabdichtungen zum Einsatz.

Absolute Dichtigkeit der Dachhaut unter allen Witterungsbedingungen ist bei einer Flachdachabdichtung / Flachdachsanierung die alles entscheidende Frage.

Abdichtungsarbeiten erfordern vom Abdichtungsspezialisten umfangreiches Fachwissen, Praxiserfahrung und sorgfältige Detailplanung.

Selbst kleinere Fehler bei der Planung, Werkstoffauswahl und Verarbeitung werden bei Flachdachabdichtungen bzw. Flachdachsanierungen meist nicht verziehen – auftretende Mängel haben oft ärgerliche Wasserschäden bis hin zur nachhaltigen Schädigung der Bausubstanz als Folge.

Die dauerhafte Sicherheit einer Flachdachabdichtung ist in besonderem Maße abhängig von der Planungs- und Ausführungsqualität ihrer Ab- und Anschlussdetails. In der Praxis kann man feststellen, dass sich viele Undichtigkeiten als Folge mangelhaft geplanter und/oder ausgeführter Ab- und Anschlüsse herausstellen.

Dächer mit Abdichtungen lassen sich unterscheiden nach:


Art der Dachkonstruktion:

  • nicht belüftetes, einschaliges Flachdach (sogenanntes Warmdach)

    Schematischer Regelaufbau von unten nach oben:
    • tragende Dachdecke (z.B. Stahlbetondecke, Gas-/Porenbeton-Dielen, Stahltrapezprofile (Industrieflachdach), Holzschalung / Holzwerkstoffe)
    • Gefälleschicht (z.B. Gefälleestrich, Gefällebeton – wenn erforderlich)
    • Haftbrücke (z.B. Voranstriche – wenn erforderlich)
    • Ausgleichsschicht (wenn erforderlich)
    • Trennschicht (wenn erforderlich)
    • Luftdichtigkeitsschicht
    • Dampfsperre
    • Wärmedämmung
    • Dampfdruckausgleichsschicht (wenn erforderlich)
    • Dachabdichtung
    • Schutzschicht / Filterschicht (wenn erforderlich)
    • Auflast / Oberflächenschutz / Nutzschicht (wenn erforderlich – z.B. Dachkies, Plattenbelag)
  • Sonderformen des nichtbelüfteten Daches:
    • Umkehrdach: Anordnung der Dämmung oberhalb der Dachabdichtung (Vorteile: Keine gesonderte Dampfsperre erforderlich, Abdichtung vor Umwelteinflüssen und mechanischen Einwirkungen gut geschützt; z.Z. nur mit Dämmplatten aus geschlossenzelligem, extrudiertem Polystyrol unter Auflast zu realisieren)
    • Duo- und Plusdach: Mischformen – Wärmedämmschicht teilweise unterhalb, teilweise oberhalb der Abdichtung (Vorteile: Wie beim Umkehrdach; Möglichkeit des nach­träglichen Aufbringens von Dämmung ohne Erneuerung der Flachdachabdichtung)
  • 2-schaliges Flachdach

    Schematischer Regelaufbau von unten nach oben:
    • untere Schale
    • Luftdichtigkeitsschicht
    • Dampfsperre / Dampfbremse
    • Wärmedämmung
    • ggf. belüfteter Dachraum (sog. Kaltdach -> Abtragen der Diffusionsfeuchtigkeit)
    • tragende Regenschale als Unterlage für die Flachdachabdichtung (z.B. Holzschalung / Holzwerkstoffe)
    • Haftbrücke (wenn erforderlich)
    • Trenn- / Ausgleichsschicht (wenn erforderlich)
    • Dampfdruckausgleichsschicht (wenn erforderlich)
    • Dachabdichtung (Dachhaut)
    • Schutzschicht / Filterschicht (wenn erforderlich)
    • Auflast / Oberflächenschutz / Nutzschicht (wenn erforderlich, z.B. Kiesschüttung, Plattenbelag)

Art der tragenden Dachdecke:

  • schwere Dachkonstruktionen (z.B. Stahlbetondecke, Ortbeton / Fertigteile)
  • Leichtdachkonstruktionen (z.B. Stahltrapezprofile, Holzschalung / Holzwerkstoffe) finden ihre Anwendung häufig beim Industriedach / Industrieflachdach

Art der Abdichtung:

  • Bituminöse Abdichtungen:

    Bituminöse Abdichtungen bestehen im Regelfall aus mindestens zwei untereinander verklebten Bitumen-Dichtungsbahnen, heute meist Bitumenschweissbahnen / Selbstklebebahnen, früher mit Heiss-Bitumen verklebte bituminöse Dachdichtungsbahnen.

    Bitumen-Dichtungsbahnen bestehen aus einem Trägermaterial, das mit Bitumen getränkt und beschichtet ist.

    Die Bahnen können mit einer zusätzlichen Beschichtung (z.B. Schiefersplitt) oder Folien-Kaschierung als Schutz- oder Trennschicht versehen sein.

    Bei Schweissbahnen ist das Klebebitumen in Form dickerer Deckschichten bereits werkseitig aufgebracht und wird bei der Verarbeitung zum Verkleben mit der Brennerflamme angeschmolzen, bei Kaltselbsklebebahnen ist eine unterseitige Klebeschicht vorhanden.

    Bitumen-Dachdichtungsbahnen werden mit unterschiedlichen Trägereinlagen hergestellt, z.B.
    • Dichtungsbahnen mit Rohfilzeinlage (Dachpappe – früher als Abdichtungslage verwendet, als Flachdachabdichtung nicht geeignet)
    • Dachdichtungsbahnen mit Glasvlies-Trägereinlage
    • Dachbahnen mit Glasgewebe-Einlage (in der Praxis als Oberlage nicht geeignet)
    • Bitumenbahnen mit Metallträgereinlage (z.B. Aluminium-Einlage bei Dampfsperren)
    • Einlagen aus Kunststoff-Folien
    • Polyester-Vliese als Trägereinlage
    Die Trägereinlagen bilden zusammen mit den Tränk- und Deckmassen aus Bitumen ein bahnenförmiges Abdichtungsmaterial, das verlegefertig geliefert wird. In der Oberlage einer bituminösen Flachdachabdichtung (je nach Anwendungsfall auch in den darunter liegenden Lagen) müssen Dachbahnen mit kunststoffmodifiziertem Bitumen (Polymerbitumen – Elastomerbitumenbahnen / Plastomerbitumenbahnen) verwendet werden.

    Dachdichtungsbahnen aus Elastomerbitumen sind nicht UV-beständig und benötigen als Oberlage einen Oberflächenschutz.

    Einzelne kunststoffmodifizierte Bitumenbahnen sind auch für die einlagige, lose Verlegung zugelassen. Da die technischen Eigenschaften dieser Dichtungsbahnen jedoch nicht denen von Kunststoffdichtungsbahnen entsprechen, ist die einlagige Verlegung von reinen Bitumenbahnen nach unserer Erfahrung kritisch zu beurteilen.
  • Kunststoffabdichtungen:
    (Foliendach / Foliendächer / Folienabdichtung)

    Bei Abdichtungen aus Kunststoffdichtungsbahnen (oft auch Kunststoff-Folie / Dachfolie genannt – wobei zugelassene Dachdichtungsbahnen allein schon wegen ihrer Materialstärke > 1 mm nicht mehr als Folien zu bezeichnen sind) bestehen die Dachbahnen aus hochpolymeren Kunststoffen und werden einlagig verlegt.

Es gibt zahlreiche verschiedene Kunststoffdichtungsbahnen mit unterschiedlichen Eigenschaften am Markt, die heutigen Dich­tungsbahnen aus Kunststoff lassen sich einteilen in:
  • Thermoplastische Abdichtungsbahnen, z.B. aus:
    • Polyvinylchlorid (PVC) mit Weichmacherstoffen
    • Ethylen-Copolimerisat-Bitumen (ECB)
    • Polyisobutylen (PIB)
    • Polyolefin-Legierungen (FPO / TPO)
    • Ethylen-Vinyl-Acetat-Copolymer (VAE / EVA)
    • Chloriertes Polyethylen (PEC)
  • Elastomere Abdichtungsbahnen (synth. Kautschukbahnen) z.B. aus:
    • Ethylen-Propylen-Dien-Mixture (EPDM)
    • Chlorsulfoniertes Polyethylen (CSM)
    • Nitril-Kautschuk (NBR)
    • Butyl-Kautschuk
Als Trägereinlage für Kunststoffdichtungsbahnen finden die verschiedensten Materialien Verwendung, hier werden vor allem Glas- und Kunststoffvliese oder Gittergelege eingesetzt.

Bei Kunststoffdachbahnen ohne Trägereinlage (sogenanntes homogenes Material) können nach unserer Erfahrung in der Praxis je nach Material und Bedingungen auf dem Flachdach Probleme mit der Reissfestigkeit auftreten, weiterhin muss mit stärkeren Schrumpfungen der trägerlosen Kunststoffbahnen (z.B. infolge eingebrachter Kalanderspannungen bei der Herstellung oder Weichmacherauswanderung bei PVC-Bahnen) gerechnet werden – uns sind in diesem Zusammenhang zahlreiche Schadensfälle bekannt.

Da bei Abdichtungsbahnen erfahrungsgemäß immer auch Produkte auf dem Markt vertreten sind, die trotz gegenteiliger Werbeaussagen der Industrie den hohen Anforderungen an eine dauerhafte dichte und umweltverträgliche Flachdachabdichtung in der Praxis nicht immer gewachsen sind, müssen bei Auswahl einer geeigneten Kunststoffdichtungsbahn zahlreiche Aspekte berücksichtigt und sorgfältig geprüft werden, unter anderem z.B.
  • allgemeine mechanische Eigenschaften (z.B. vorhandene Trägereinlage, Materialstärken, Dehnfähigkeit, Zug- / Reissfestigkeit, Perforationssicherheit, Schrumpfungsverhalten, Verhalten bei Kälte, Wurzelfestigkeit etc.)
  • allgemeine chemische Eigenschaften (z.B. Witterungs- / UV-Beständigkeit, Beständigkeit gegen chemische und biologische Einwirkungen, Weichmachergehalt etc.)
  • Umweltverträglichkeit (ggf. toxikologisch bedenkliche Inhaltsstoffe)
  • Verhalten bei Kontakt mit anderen Materialien (z.B. Bitumenverträglichkeit)
  • besonders wichtig: Langzeiterfahrung mit der Dichtungsbahn
  • Art der möglichen Lagesicherung (mechanisch befestigt / geklebt / unter Auflast)
  • Art der Nahtfügung (materialhomogenes Verschweissen oder nur Kleben möglich)
  • Verschweissbarkeit
  • praxisgerechte Verarbeitbarkeit unter Baustellenbedingungen
  • Preis-Leistungsverhältnis
  • Flüssigkunststoffabdichtungen:

    Flüssigkunststoffabdichtungen können aus den verschiedensten Grundmaterialien bestehen und die unterschiedlichsten Eigenschaften besitzen, in der Praxis sind erhebliche Qualitätsunterschiede zwischen den einzelnen Produkten festzustellen.

    Flüssigkunststoffe sind nach unserer Einschätzung bei fachgerechter Verarbeitung vor allem zur Abdichtung komplizierter Anschlussdetails geeignet, einer großflächigen Anwendung als Flachdachabdichtung (z.B. bei einer Flachdachsanierung) stehen wir aus verschiedenen Gründen kritisch gegenüber.

Art der Lagesicherung des Dach-Schichtenpaketes

  • lose unter Auflast (meist Kiesschüttung, Plattenbeläge oder Dachbegrünung)
  • mechanisch befestigt (z.B. Dachbauschrauben und Lastverteilungsteller, Schienensysteme)
  • verklebt (z.B. Heiss-Bitumen, PU-Kleber)
(In der Praxis sind auch Mischformen möglich)


Art der Dach-Nutzung

  • nicht genutzte Flachdächer (Begehung nur zu Wartungszwecken)
  • genutzte Flachdachflächen (z.B. Dachterrasse, Parkdach)
  • begrünte Dächer (Gründach):
    • Extensivbegrünung: Dünner Schichtaufbau, niedriger, anspruchsloser Bewuchs (Sedumpflanzen; Bepflanzung meist durch den Dachdecker)
    • Intensivbegrünung: Dicker Schichtenaufbau, pflegeintensiver Bewuchs (Gräser, Sträucher, Bäume -> „Dachgarten“)
Die fachgerechte Instandsetzung der unterschiedlichen Flachdachkonstruktionen mit modernen Sanierungsmethoden erfordert umfangreiche Detailkenntnisse und die entsprechende Praxiserfahrung zum Thema „Flachdach“ – ist ein nicht auf Flachdacharbeiten spezialisiertes Dachdeckerunternehmen mit den hohen Anforderungen an die Planung einer umfassenden Flachdachsanierung überfordert, wird die Flachdachplanung für den Dachdecker dann häufig durch einen Fachberater der Baustoffindustrie übernommen, dessen vorrangiges Interesse verständlicherweise in erster Linie im Verkauf der eigenen Produkte besteht.

Um eine optimale und kostengünstige Lösung bei der Instandsetzung von Flachdächern zu gewährleisten, stehen wir Ihnen mit unserer Erfahrung als unabhängige Spezialisten für Flachdachkonstruktionen und Flachdachabdichtungen bundesweit und im benachbarten Ausland zur Verfügung.

Sprechen Sie uns an, wir helfen Ihnen gerne.


Weiterführende Informationen zum Thema Flachdach finden Sie z.B. unter:

Baunetzwissen Flachdach (externer Link)

Europäische Vereinigung dauerhaft dichtes Dach (externer Link)

DUD e.V. Dach und Dichtungsbahnen (externer Link)

Rudolf Müller Verlag DDH (externer Link)

Grundsätzliche Anforderungen an die Planung des Dachs (externer Link)

EnEV-Online (externer Link)

„Flachdach-Gefälle-Pfützenbildung“ von dachsachverstand.de (PDF-Datei) (externer Link)

„Flachdach-Abdichtungen“ von dachsachverstand.de (PDF-Datei) (externer Link)

Basiswissen Dachentwässerung Teil 1 (Friedrich Datentechnik) (PDF-Datei) (externer Link)

Basiswissen Dachentwässerung Teil 2 (Friedrich Datentechnik) (PDF-Datei) (externer Link)

Basiswissen Dachentwässerung Teil 3 (Friedrich Datentechnik) (PDF-Datei) (externer Link)

Basiswissen Dachentwässerung Teil 4 (Friedrich Datentechnik) (PDF-Datei) (externer Link)

Basiswissen Bauphysik am Dach (Friedrich Datentechnik) (PDF-Datei) (externer Link)

Basiswissen Windsog am Dach (Friedrich Datentechnik) (PDF-Datei) (externer Link)


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